Sind Besprechungen im Stehen sinnvoll?

Meetings immer nur im Sitzen? Wann sich Besprechungen im Stehen anbieten und was Sie dafür brauchen.

Wir kennen es Alle: der Büroalltag hat im Normalfall 8 Stunden und mindestens 7 davon verbringen wir sitzend. Steht dann noch ein Meeting an, ändert sich höchstens der Ort, aber nicht die Position.

"Sitzen ist das neue Rauchen", meint Dr. Eckhart von Hirschhausen dazu. Das klingt weder gesund noch effektiv. Warum also nicht mal etwas Anderes ausprobieren: Die Besprechung im Stehen.

Sowohl für den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer ergeben sich durch diese Methode positive Aspekte. So können sie dadurch Zeit - sowohl Arbeits- als auch Lebenszeit - und Geld sparen. Denn je weniger Zeit für eine Besprechung aufgewendet werden muss, desto eher kann diese produktiv in Kundenprojekte gesteckt werden. Daneben sorgen solche Meetings auch für einen gleichmäßigen Informationsstand aller Beteiligten. Das wiederum kann doppelte Arbeiten verhindern.

Und dann ist da noch das Thema Gesundheit. Durch die Bewegung lässt sich die geistige Produktivität ankurbeln, das Gehirn wird mit frischem Sauerstoff versorgt. Am wichtigsten aber: Ihre Bandscheiben werden es Ihnen danken nicht länger zusammengestaucht zu werden. Rückenbeschwerden kann so effektiv vorgebeugt werden und das zahlt sich in der Zukunft aus.

Einfach mal die Perspektive wechseln

Damit das alles klappt, sollten vorab einige Punkte geklärt und Voraussetzungen geschaffen werden. Nicht jedes Meeting ist dazu geeignet, im wahrsten Sinne des Wortes, durchgestanden zu werden. Auch ist nicht jedes Thema das richtige für eine Besprechung im Stehen. Lange Planungssessions oder gar Mitarbeitergespräche eignen sich eher nicht dafür.

Hier ein paar Grundlagen, bevor Sie loslegen:

  • Bestimmen Sie die Art der Besprechung:
    • z. B. Brainstorming, Meinungs- und Entscheidungsfindung etc.
  • Legen Sie die Dauer fest:
    • 15 bis 20 Minuten reichen aus
  • Wählen Sie einen geeigneten Ort:
    • ein ruhiges Umfeld bietet sich an, da nach einiger Zeit der Bewegungsdrang einsetzt und der Geräuschpegel durch diverse Positionswechsel ansteigt
  • Stellen Sie eine passende Ausstattung bereit:
    • z. B. einen runden Stehtisch, damit sich alle gut sehen können - der bietet gleichzeitig eine Ablagefläche für Notizen
    • Flexible Hocker, für diejenigen, die nicht so lange stehen können bzw. möchten, sind ebenfalls von Vorteil
  • Stellen Sie Verhaltensregeln auf:
    • Pünktlichkeit ist ein Muss
    • Vorbereitet sein ist wichtig
    • Smartphones sollten nur im Notfall mitgenommen werden, damit Keiner gestört oder abgelenkt wird
  • Bestimmen Sie, wenn nötig, einen festen Rhythmus:
    • Besprechungen im Stehen sind anders und brauchen daher etwas Übung, wöchentliche Projektmeetings bieten sich dafür hervorragend an.

In besonderen Ausnahmesituationen kann man die Besprechung im Stehen auch mal zu Randzeiten einberufen. Kurz vor Mittag oder Feierabend eignen sich beispielsweise. Das sorgt meist ganz allein für die nötige Motivation, das Meeting nicht in die Länge zu ziehen.

Manchmal lässt sich aber auch nicht alles auf die Schnelle klären, weil sich etwa neue Fragen ergeben. In diesen Fällen muss man sich dann eben doch wieder an einen Tisch setzen.

Also raus aus den Stühlen

Die Handbuch Experten führen bereits seit geraumer Zeit "kurze" Besprechungen im Stehen, meist 15 - 20 Minuten mit maximal 4 Personen. Diese Treffen finden dann in der Küche an einem runden Stehtisch statt. Dabei kann man gleich noch einen Kaffee oder Tee zusammen trinken, was eine ungezwungene Atmosphäre schafft, aber nicht in privatem Kaffeeklatsch endet. Probieren Sie’s doch einfach mal aus.

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